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*** Verliebt in Montreal
ein Reisebericht von M. L. S.
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*** Ein kurzer geschichtlicher Abriss ***

Dort, wo der Ottawa River in den St. Lorenz-Strom mündet, im Südwesten der heutigen Provinz Quebec, befand sich das Indianerdorf Hochelaga. Die ersten französischen Einwanderer kamen 1642 in das Land und gründeten eine Siedlung namens Ville-Marie, die später in Montreal umgetauft wurde. Dieser Name geht auf den 230 Meter hohen Berg „Mont Royal” zurück, der inmitten der Stadt liegt. Aufgrund seiner günstigen Lage wurde die Stadt zu einem bedeutenden Handelszentrum, das sich hauptsächlich auf den Pelzhandel spezialisiert hatte. Ende des 18. Jahrhunderts hatte sich Ville Marie von einer kleinen Handelssiedlung zur florierenden Hafenstadt Montreal entwickelt.

Bis in das frühe 20. Jahrhundert konzentrierte sich das wirtschaftliche Leben der Einwohner von Quebec auf die Land- und Forstwirtschaft. Der Prozess der Urbanisierung wurde mit der Industriellen Revolution beschleunigt, als zahlreiche Betriebe in den Städten entstanden.

*** Paris des Nordens ***

Im Jahre 1830 stellte Montreal in der Provinz Quebec – das „Paris des Nordens“ - bereits das wichtigste Industriezentrum Kanadas dar und bot zahlreichen Emmigraten aus Europa, die den Kriegswirren und der Not in ihrer Heimat entflohen waren, eine herzliche Aufnahme. Durch die Einwanderer entstand mit der Zeit ein multikultureller Mix, die beste Voraussetzung für ein pulsierendes kulturelles Leben in Montreal.

*** Näheres zur Stadt ***

Das beste Verkehrsmittel für eine Stadtbesichtigung stellt immer noch der gute alte „BMW” dar: „Bus-Metro-Walk“! Der erste Abschnitt der Metro wurde im Jahre 1966 fertiggestellt, gerade rechtzeitig für die Expo '67 (Weltausstellung). 28 Millionen Tonnen Erde wurden verwendet, um die Insel Île Sainte-Hélène zu vergrößern bzw. die Insel Île Notre-Dame für dieses Großereignis anzulegen. Heute tragen diese beiden Inseln den Namen „Parc Jean-Drapeau“, und sie stellen inmitten des St. Lorenz-Stromes eine Freizeit-Oase dar, die zahlreiche Möglichkeiten an Aktivitäten bietet, u.a. einen großen Vergnügungspark (La Ronde), ein Casino, einige Museen, Geh-, Wander- oder Radwege, Freiluftshows, Roller-Skating, einen künstlichen Strand und - den Grand Prix von Montreal.

*** Das „alte“ Montreal ***

Die beste Einstimmung auf die Stadt Montreal erhält man im Museum für Archäologie und Geschichte „Pointe-à-Caillère“, das genau dort errichtet wurde, wo die erste Siedlung entstanden ist. Das Museum erzählt über die gesamte Geschichte von Montreal, von der Epoche der Ureinwohner bis in die Gegenwart. Man „erlebt“ hier im Zeitraffer sechs Jahrhunderte kanadischer Geschichte. In der Nähe des Museums befindet sich die gotische Auferstehungsbasilika Notre-Dame, die für ihre prunkvolle Ausstattung weltberühmt ist. Im Jahre 1847 wurde der Marché Bonsecour in der Straße St. Paul feierlich eröffnet. Dieses imposante Gebäude war für mehr als ein Jahrhundert der wichtigste Marktplatz der Stadt. Jüngste Renovierungsarbeiten haben das Gebäude erneut in einen geschäftigen Marktplatz verwandelt, wo aber heute zusätzlich noch Geschäfte und Ausstellungen zu finden sind. Nicht weit davon entfernt können Sie das Château Ramezay besichtigen, das im Jahre 1705 für den Gouverneur von Montreal erbaut wurde (geschlossen bis Juni). Neben vielen anderen Sehenswürdigkeiten sollten Sie auch unbedingt die Saint-Joseph Kapelle besichtigen, ein Nachbau (3:1) des Petersdomes in Rom und eine berühmte Pilgerstätte.

Der alte Hafen, der vollkommen umgestaltet wurde, ist der von den Touristen meist besuchte Ort. Genießen Sie ein Erholungsgebiet, das sich über 2,5 Kilometer erstreckt und das für jeden Geschmack eine große Auswahl an Aktivitäten bietet: Vergnügungsfahrten, Jetboat, Rafting, Exkursionen, Ausstellungen und Unterhaltung, das Wissenschaftszentrum von Montréal und ein IMAX-Kino. Im Park und an den Kais herrscht den ganzen Tag reges Leben.

*** Das Areal des olympischen Stadions ***

Das olympische Stadion (auch bekannt als „Big O“) wurde für die Olympischen Sommerspiele 1976 gestaltet und erbaut und ist absolut sehenswert. Um eine unvergessliche Aussicht über die Stadt zu erhalten, bringt Sie eine Kabelbahn hinauf in den schrägen Turm, dem weltweit höchsten seiner Art.

Nebenan erwartet Sie das „Biodome“, ein Gebiet, das mit seiner felsigen Landschaft, den beeindruckenden Wasserfällen und majestätischen Bäumen fasziniert. Dort findet man vier verschiedene Ökosysteme vor: einen tropischen Regenwald, den „Laurentian“ Wald, die Flusslandschaft des St. Lorenz-Stromes und die Polarwelt. Gleich daneben liegt der Botanische Garten, der zweitgrößte der Welt. Das „Insektarium“, das im Botanischen Garten liegt, bietet Heimat für einige mysteriöse und wenig bekannte Geschöpfe: Die Insekten dieser Welt! Für den mutigen Feinschmecker gibt es dort eine Insekten-Verkostung, wo ihnen die neuersten Rezepte für gegrillte, gebackene und mit Schokolade verzierte Insekten vorgestellt werden, wie zum Beispiel gebratene mexikanische Grillen, in Tamari-Sauce frittierte Insektenstäbchen, Ameisenkuchen oder Mehlwurmlarven in geronnenem Ahornsirup.

*** Dining Highlights in Quebec ***

Für die meisten Leute in Quebec zählt ein gutes Essen mit Freunden zu den Lieblingsbeschäftigungen. Traditionelle Gerichte wie Fleischpasteten („tourtière," „cipaille"), gebackene Bohnen („fèves au lard"), „Cretons“, Ahornsiruptorten („maple syrup pie”) und Buchweizenpalatschinken („buckwheat pancakes”) helfen die Herausforderungen des täglichen Lebens leichter zu meistern. In Québec verschmolzen im Laufe der Zeit europäische und nationale Einflüsse mit der nordamerikanischen Küche. Die überwältigende Anzahl an Restaurants reflektiert einmal mehr die Multikulturalität der Stadt Montreal.
  • Steakhouse: Le Keg (25 St Paul E, Old Montreal), Gibby’s (298 d'Youville Pl)
  • Geräuchertes Fleisch: Schwartz (3895 St Laurent Blvd), Ben’s (990 de Maisonneuve W)
  • „Quebecisch”: Auberge Le Vieux St-Gabriel (426 St Gabriel St/Old Mtl): Das älteste Gasthaus in Nordamerika, Le Poisson Rouge (1201 Rachel St E): großes Angebot an frischen und exotischen Fischen
  • Asiatisch: Le Piment Rouge (1170 Peel St): ein bisschen teuer, aber empfehlenswert, Pacific (837 Mont Royal E), Soto (500 McGill), Shô-Dan (2020 Metcalfe): erstaunliche Sushi Kreationen
  • Vegetarisch: Zing (1254 Ste-Catherine E), Le Commensal (10 restos/1720 St Denis St)
  • Französisch: Le Persil Fou (4669 Saint-Denis St), L’Express (3927 St Denis): großartiges Weinangebot, Le Bonaparte (447 St Francois Xavier)

*** Nightlife in Montreal ***

Im frankophonen Osten finden Sie eher Bistros (St. Denis, Ontario, St. Catherine E) während im Westen der Stadt Sie Discos wach halten (letzte Runde um 2.45 Uhr). Der St. Laurent Boulevard weist eine bizarre Mischung von so ziemlich jedem Stil auf.

*** Einige Vorschläge: ***

  • Im Osten: Le Sofa (große Auswahl an Portweinen), L’Ile Noire (Scotch), Jello Bar (Martini), Le St-Sulpice, Le Ste-Elisabeth, Whisky Café, Sky Club, Le Stud
  • Im Westen: Electric Avenue (’80 hits), New Town (gehört Jacques Villeneuve), Le 737, Carlos & Pepe’s (Margarita, Tequilla & Fajitas!)
  • St-Laurent Blvd: Sergent Recruteur
  • Old Montreal: Le Pierrot, Deux Pierrots, Bar Cru (in Restaurant Cube)
Wie Sie sehen, hat Montreal für jedermanns Geschmack das Richtige zu bieten. Essen, Feste und Spaß - all dies ist ein Teil von Montreals „joie de vivre"!

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Werner J. Pinter
Redaktion / www.reisenist.net


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