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Reiselust, Neugierde und Fernweh führten diese Dame für drei Wochen nach Namibia. Hier finden Sie ihren spannenden Reisebericht, der wohl eher der Bezeichnung "Abenteuergeschichte" gerecht wird!

NAMIBIA


Es ist fünf Uhr früh und noch dunkel, als sich eine braune Masse 20 Meter entfernt unserem Übernachtungsplatz nähert. Am Vorabend konnte man weit entfernt in den Bergen Blitze sehen und nun kommen Massen an Wasser herunter. Der Fluss, den wir am Vorabend durchquert hatten, fasst nun doppelt soviel Wasser wie gestern, eine Umkehr ist also nicht mehr möglich. Da wir genau diesen Fluss aber noch dreimal durchqueren müssen um wieder zur Zivilisation zu gelangen, ist es fraglich ob wir dies heute noch schaffen.


Wir befinden uns im Norden von Namibia, im Kaokoveld, welches eines der letzten Gebiete mit wilden Flusstälern, bizarren Bergen und großer Einsamkeit ist. Hier im Kaokoveld sind die Himbas zu Hause, die letzten Nomaden Namibias. Die ca. 5000 hier ansässigen Himbas konnten sich bis heute noch zum Großteil ihre Kultur und Bräuche bewahren, ihre Ernährung besteht lediglich aus Kuh-, Ziegenmilch und Ziegenfleisch. Ihr "Reichtum" ist ihre Rinderherde und nur zu besonderen Anlässen wird ein Tier davon geschlachtet. Gewohnt wird in runden Lehmhütten, die mit einem Holzgerüst und einem Gemisch aus Kuhdung, Wasser und Sand gebaut werden.

Während wir den Vormittag damit verbringen den Fluss zu beobachten wie er langsam wieder zurückgeht, entdecken wir Elefantenspuren und erfahren von Einheimischen, dass fünf Wüstenelefanten direkt neben unserem Schlafplatz übernachtet haben. Die Wüstenelefanten sind etwas kleiner und zarter gebaut als die normalen afrikanischen Elefanten und haben sich an die extremen Lebensbedingungen dieser Gegend angepasst. Es gibt hier nur mehr an die 40 Stück von ihnen und man muss großes Glück haben um welche zu sehen. Wir haben es und können während unserer Reise sogar noch zwei von ihnen beobachten.


 

Um die Mittagszeit fahren wir fünf Kilometer bis zur nächsten Flussdurchquerung, doch wir sehen sofort, dass wir keine Chance haben durchzukommen. Gewaltige Stromschnellen machen eine Durchfahrt unmöglich, wir würden mitsamt unseren Autos mitgerissen werden. Wir fahren daher zum letzten Himbadorf zurück und bitten um Hilfe, denn laut Karte gibt es einen zweiten Weg über das Gebirge. Dieser bedeutet zwar einen riesigen Umweg, doch immerhin noch besser als tagelang festzusitzen. Ein Sohn des Häuptlings erklärt sich bereit uns den Weg zu zeigen und fährt mit uns ein Stück mit. Dort wo wir nun mit unseren Autos fahren sind weder eine Straße noch ein Weg. Teilweise ist nicht erkennbar, wo man weiterfahren kann, und wir sind uns nicht mehr sicher ob er uns richtig verstanden hat.

Da wir keine andere Möglichkeit haben als ihm zu vertrauen, kämpfen wir uns im Schritttempo von Stein zu Stein weiter. Irgendwann befinden wir uns wieder auf einer normalen Straße und bemerken nun, dass der Sohn des Häuptlings uns wirklich nicht verstanden hat und auch nicht Karten lesen kann. Doch dies war letztendlich zu unserem Vorteil, denn anstatt uns zu der Gebirgsstraße zu führen, zeigte er uns eine Abkürzung, bei der man sozusagen den Fluss "links liegen läßt". Wir sind froh, dem Fluss ausgewichen zu sein und unsere Reise fortsetzen zu können.

Unser Abenteuer führt uns weiter in den Norden zum Kunenefluss, welcher die Grenze zwischen Namibia und Angola bildet. Im Kunenefluss können wir in krokodilsicheren Pools baden, bei Sonnenuntergang genießen wir den Blick auf die wunderschönen Epupa Wasserfälle.

Nachdem wir das Kaokoveld hinter uns gelassen haben, fahren wir zum Etosha-Nationalpark. Einen Teil dieses Parks bildet die Etoshapfanne, eine ca. 4.600 km² große Salzpfanne. Die letzten Tage unserer Reise verbringen wir hier und können unzählige Oryx, Springböcke, Impalas, Gnus, Dikdiks sowie Elefanten, Giraffen, Löwen, Zebras und ein Nashorn beobachten.

Namibia ist ein traumhaftes Land und immer eine Reise wert!



 



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