Norwegen Reisebericht von Rosi und Siggi



Die beiden reisten mit ihren zwei Freunden Helga und Sigi quer durch Norwegen. Dabei legten sie rund 7200 Kilometer mit dem Wohnmobil zurück. Lesen Sie hier den spannenden Reisebericht in Form eines Tagebuches.

Tagebuch Norwegen Juni 2012

Vorbereitung

Wir entschlossen uns irgendwann 2011 mit zwei Wohnmobilen(WM) die seit langem geplante Reise nach Norwegen zu unternehmen .

Die Besatzung der WM bestand aus Helga und Sigi 64/66 mit einem Fiat Ducato Travel Van von Bürstner 6,80 lg und uns, Rosi und Siggi 58/62 mit einem Peugot Boxer 4,90 lg, Ausbau von Burow. Wie wir von den Vorgängern erfahren haben, war unser Reisemobil bereits schon 2006 in Norwegen, hoffentlich können wir von dessen Erfahrungen ein bisschen profitieren.

Sigi, unser Rentner, plante die Reise sehr detailliert. Treffen wollten wir uns am 13.06 in Aalborg, Dänemark. Dann mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand/Norwegen übersetzen. Die Fähre buchten wir bereits relativ günstig im voraus. Für den Boxer bezahlten wir schlappe 60 E, Sigi das Doppelte..

Das Beladen des Peugots ging dank Rosi relativ problemlos. Wir hatten ja schon einige Erfahrung in Sachen Wohnmobil speziell von unseren Kanada Reisen. Es sind wohl immer die kleinen Dinge an die man besonders denken muss wie: Fernglas, Foto, Laptop Klopapier, Medizin, feuchte Tücher usw. Natürlich ca 50 Ltr Bier, Wein und Sekt für vier Wochen.

 

Zur Rollenverteilung der Besatzungsmitglieder:

- Helga und Rosi Versorgung der Bordküchen, natürlich Kochen und Brote schmieren usw.

- Sigi Reiseleitung, Angeln und Jagen (auch Kochen und Grillen)

- Siggi schreiben des Tagebuches, und Mädchen für Alles

 

12.06. Abreise Plech - Schuby (30 km vor Flensburg) 726 km

Rosi musste leider noch arbeiten so konnten wir erst nachmittags um 15 Uhr starten. Es ging schon gut los, Vollsperrung auf der A14, Also fuhren wir quer durch das schöne Thüringen. Nach erfolgreichem Fahrerwechsel stoppten wir endlich um 2 Uhr in Schuby ca 30 km vor Flensburg auf dem Netto Parkplatz und 20 Meter vom Bäcker. Nach ruhiger Nacht nur unterbrochen von durchfahrenden Zügen bediente uns eine reizende Bäckersfrau aus Schwabach. Wie klein doch die Welt ist Der Platz ist übrigens sehr für WM Übernachtungen zu empfehlen. Helga und Sigi übernachteten am Elbeufer in Brokdorf genossen den Abend mit der Fussball EM.

 

13.06 Schuby - Hirtshals Campingplatz Tronby 392 km

Da es mit dem Fahren so gut lief schlug Helga per SMS vor doch gleich bis Hirtshals weiter zufahren und den dortigen
Campingplatz anzufahren um dort in Ruhe das EM Spiel Deutschland - Holland zu genießen.
Gemeinsames Abendessen im Freien mit Grillfleisch und Salat ließen die Nachbarn neidisch rüberblicken.
Der abendliche Spaziergang zum Ausgleich glich mehr einer Villenbesichtigung als einer Wattwanderung. Die Nordsee betrachteten wir in der Abenddämmerung von den vorgelagerten Dünenhügeln.
Der gemeinsame Abend in Sigis WM war sehr fröhlich. Das Fußball-Ergebnis ist ja bekannt.
Wetter Sonne und Wind ca 13 Grad. Nachts ca 8 Grad und windig.

 

14.06 Hirtshals - Kristiansand Fähre

Bereits um 10 Uhr waren wir in der Warteschleife an der Fähre im Hafen von Hitshals. Das Einchecken verlief völlig problemlos. Die Überfahrt war bei Windstärke 7 zeitweise schwankend aber erträglich (nicht für Sigi, Dank 3 Reisekaugummi ging es ganz gut). Die 3 Stunden vertrieben wir uns mit munterem Gequatsche und Tridom. Sigi gewann und war zufrieden.

Gott sei Dank winkte uns der Zoll durch. Bei 60 Liter Bier und 20 Liter Wein wäre das wohl böse ausgegangen. Für den nachträglichen Zoll und der Strafe hätten wir wahrscheinlich auch Fliegen können.

Um 17:30 Ankunft Campingplatz Mandal. Also Erster Tag in Norwegen, feierlich begossen mit einem Manöverschluck Weizen und Willi, für die Damen natürlich Prosecco. Prost !!! Natürlich gab es auch was zu Essen. Kraut-Rouladen mit Nudeln und natürlich wie täglich: Salat. Zufrieden und satt gingen wir um 23 Uhr schlafen.

 

15.06 Mandal - Olsberg Campinplatz Friomrade 265 km

Start 9:00. Mandal- Vigeland-Lindesnes Südcap-Lyngdal-Flekkefjord-Egersund- Orre-Olsberg.

Ankunft 17:00 Die Küstenstreifen waren herrliche abwechslungsreiche Landschaften und tolle Strassen die man nur in Norwegen erleben konnten. Das Südkap war natürlich ein besonderes Erlebnis. Die im Krieg erbauten Schützengräben und Bunker beeindruckten uns schon sehr und stimmte uns nachdenklich. Nur Schade das ich das verlorene Taschenmesser von meinem Großvater nicht gefunden habe.

Zwischendurch kauften wir in einem kleinen Supermarkt Lachs, Kartoffel, Scambis, ihr müsst einfach die Fotos anschaun, so hat es auch geschmeckt !! Sigi der Grillmeister und die Mädels zelebrierten das Essen vom Feinsten.

 

16.06 Olsberg Campingplatz Friomrade - Kvanndal 309 km

Heute hatten wir den Plan bis zum Preikestolen zu fahren um dort die Wanderung zur Plattform zu machen. Leider spielte das Wetter überhaupt nicht mit. Regen typisch norwegisch halt. Schade es sollte eigentlich einer der Höhepunkte unserer Reise werden. Vom Regen ließen wir uns die Laune jedoch nicht verderben. Immer auf der Staatsstraße R13 weiter über Jorgeland nach Hyelmelandsvagen im Regen. Mit der Fähre nach Nesvik und weiter auf der R13 nach Sand.

Wir legten nun eine Brotzeitpause um 13 Uhr ein. Immer noch Regen leider. Also Beschluss weiter Richtung Odda. Die Landschaft begeisterte uns weiterhin. Wir durchfuhren in ca. 800 m Höhe wunderschöne Skigebiete, schöne steile Schluchten mit gewaltigen Wasserfällen wie ich sie noch nie gesehen hatte. Felslandschaften und herrliche Täler wechselten sich ab. Langsam begannen wir das Land zu lieben und bereuten es überhaupt nicht diese Reise unternommen zu haben, trotz Regen.

In Kinsarvik wollten wir noch die Fähre um 19:30 erreichen. Also schnell Geschnetzeltes mit Reis warm gemacht und im Hafen vor den Wohnmobilen verspeist. Anlegen der Fähre in Kvanndal, dann gleich der Campingplatz gegenüber der Anlegestelle war nun Endstation. Endlich mal ein „günstiger“ mit 160 Kronen ohne Strom. Ansonsten sind die Plätze sauteuer unter 200 Kronen (30€) geht überhaupt nix. Plus Strom immer 40 Kronen und 4 Minuten Duschen 10 Kronen!

 

17.06 Kvanndal - Bergen - Flam 300 km

Natürlich war heute Bergen unser Mittelpunkt. Verwegen wie wir waren fuhren wir mit beiden WM in die Innenstadt direkt zum Hafen. Heute war ein regnerischer Sonntag und nicht viel los. So konnten wir problemlos trotz aller Warnungen einen Parkplatz finden. Unter der Woche würde ich das nicht probieren.

Nach kurzem Spaziergang buchten wir die City Tour (20 € pro Person) und genossen einmal gefahren zu werden. Beeindruckend waren natürlich die alten Gebäude am Wasser wo sich früher das Leben abspielte. Holzhäuser jeglicher Art und die Holzhäuser auf Pfählen beeindruckten uns am Meisten. Die Reiseleitung vom Band wies immer wieder auf verheerende Feuerkatastrophen hin die der Innenstadt arg zusetzten. Die Explosion eines Munitionschiffes im Krieg musste so gewaltig gewesen sein dass der Anker später am Berg gefunden wurde.

Die Tour wollten wir am Fischmarkt mit frischem Fisch ausklingen lassen. Uns verging aber der Appetit wegen den Preisen sehr schnell. Das billigste Produkt war eine größere Lachssemmel für ca 9 € !. Zuhause bekommen wir 2 geräucherte Forellen für diesen Preis und davon werden noch 2 Mann satt. Also Bergen riss uns nicht vom Hocker.

Nach einer schönen Fahrt durch die Berge erreichten wir in Flam den wunderschönen Campingplatz. Den gefrorenen Lachs aufgetaut und in der Pfanne von Helga gebraten ließen wir uns köstlich munden. Hier hatten wir auch nach vielen hin-und herfahrten von Sigis WM das erste Mal Wlan und guten Fernsehempfang für das Spiel Deutschland Dänemark.

 

18.06 Flam - Flambahn Auerland Lerda Gaupne Skojlden Camping Vassbakken 132 km

Höhepunkt war natürlich die Eisenbahnfahrt auf 800 m. Die Linie ist die steilste Eisenbahn ohne Zahnradantrieb in Europa. Beeindruckend die Tunnelführung mit 360 Grad immer schön den Berg rauf. Oben machten wir einen 1,5 km Abstieg zur nächsten Station und fuhren wieder nach Flam. Sehenswert ist die Linienführung schon. Aber für 50 E pro Person gewaltig überteuert. Ich hatte wohl den teuersten Schlaf meines Lebens, für ca 30 Minuten war ich am pennen. Der Tourist musste das wohl einmal machen ein zweites Mal bestimmt nicht mehr.

Die Weiterfahrt war sehr interessant. Der längste Tunnel mit 25 km übertraf alles. Als uns noch ein LKW mit 90 kmh auf der zweispurigen Durchfahrt überholte glaubte ich in der Geisterbahn zu sitzen. Am Ende des Tunnels kämpften wir schon mit unseren Augen die immer wieder fast zufielen. Nach ein paar km der nächste Tunnel mit 8 km. Wir hatten endlich genug und wollten nur noch Sonne ! Aber der Regen hielt sich an diesem Tag hartnäckig bis zum Campingplatz

Die Fahrt hat trotzdem Spaß gemacht.

Sigi wollte endlich einmal Angeln. Aber die Flüsse sind erst ab 1.Juli wieder frei. So müssen wir demnächst Campingplätze an Fjorde benutzen.
Der Campingplatz ist sehr schön liegt unmittelbar unterhalb eines riesigen Wasserfalls. Leider ist keine Entsorgungsmöglichkeit für die Campingtoilette vorhanden.
Irgendwann abends beim ScipBo fiel die Bemerkung „Sigi du bist ein Trottel“ aber keiner weis wohl richtig wer gemeint war. (Sigi war gemeint) Macht ja nix

 

 

19.06. Camping Vassbakken- Sognefjell (Skicentrum)- Lom (Stabkirche)-Grotly- B258 (Gletschegebiet)- Hellesylt 258 km

Heute hatten wir wieder eine sehr interessante Tour vor uns die uns gleich durch zwei Skigebiete führte. Am Fuß des Gletschers war eine tolle Loipe, die Norwegische Profis wohl als Vorbereitung für die Wettkämpfe im Winter nutzen.

Zum Teil bis an die Straße heranführende Schneefelder in 1400 m Höhe machten auf uns schon Eindrücke. Die Straßen in Norwegen muss man wirklich loben ! Gut ausgebaut, übersichtliche Straßen von den Tunnels ja ganz zu schweigen.

Auch die Beschilderung muss erwähnt werden. Wir fanden uns immer problemlos zurecht. Nur mein Navi war einfach zu alt um sich darauf verlassen zu können.

Ein kurzer Aufenthalt in Lom, die Besichtigung der schönen Stabkirche rundeten den ersten Tagesabschnitt ab.

Fahrerisch das schönste Erlebnis, das herrliche Gletschergebiet auf ca 1000 m Höhe. Die feste Schotterstraße (15km) mit bis zu 5 m hohe Schneewechten flößten uns Respekt ein. Teilweise war es so eng, das grad noch Sigis Wohnmobil durch fand. Es waren aber immer genügend Ausweichstellen vorhanden die das manövrieren doch leichter machten.

Ein Skilift war noch in Betrieb, jedoch für uns wäre es nichts gewesen. Bei Nebel und sehr weichen Schnee wäre es eine Quälerei gewesen.

In einem kleinen Laden kauften wir uns heute einen ganzen tiefgefrorenen Lachs, 1,7 kg für 10 E. Hier bekam ich richtiges Angelfeeling in der Tiefkühltruhe. In Hellesylt am Fuße des Gieranger Fjords fanden wir einen wunderschönen Campingplatz und natürlich bereitete Sigi hier den Lachs zum Grillen.

Nachdem mein Fischzug in der Tiefkühltruhe so erfogreich war wollte Sigi noch im Fjord angeln. Ich probierte es auch aber beim ersten Versuch brach die Öse der Rute ab und aus wars. Sigi meinte ein Clubberer halt !

 

20.06. Hellesylt-Geiranger Fjord-Geiranger-Trollstegen-Andesness-Molda-Hjelset-Eidsvag/Parkplatz Bakta 207 km

Pünktlich um 09:30 holte uns die Fähre zur Durchfahrt nach Geiranger ab. 65 E für das Wohnmobil plus 2 Personen, (Rauchs wie immer das Doppelte) das geht eigentlich. Die einstündige Reise beeindruckte uns. Nur das Geschnatter der Japanischen Reisegruppe regte uns auf. Was da alles mit Bussen unterwegs ist und was die Leute auf sich nehmen ist schon unglaublich. Genauso die Hurtigruten oder andere Kreuzfahrtschiffe, wir würden sowas nie machen. Der Fjord ist der Höhepunkt schlechthin.

Steil abfallende Wasserfälle, der enge Fjord wir kamen aus dem Staunen nicht heraus. An einer sehr steilen Stelle war sogar ein verlassener Bauernhof zu sehen der bis 1945 noch bewohnt war. Die kleinen Kinder wurden beim spielen an Stricken angebunden um das Abstürzen zu verhindern.

Der zweite Höhepunkt waren heute die Trollstegen. Ein toller Pass mit vielen Spitzkehren, schöne Schneegebiete und sehr viele Steinmännchen (Trolle) ließen uns lange verweilen. Die schöne Wanderung zur Aussichts Plattform immer den nachgebauten Stegen entlang machte uns richtig Spaß. Die Pass-Abfahrt forderte unser fahrerische Können, (Helgas schlaflose Nächte waren umsonst)  Mancher Alpenpass ist bestimmt schwieriger zu fahren.

In Molda, der Rosenstadt machten wir kurz halt. Besichtigten die Kirche und den Rosengarten. Und wieder zurück zu den Wohnmobilen. Rosi kam leider zu kurz, wo sie doch so gerne bummeln und einkaufen geht.

Diesmal übernachteten wir 30 km von Hjelset bei Eidsvag/Parkplatz Bakta mit Blick auf den Fjord.  Ein Norweger hatte uns den Platz empfohlen, ohne Entgelt, aber in freier Natur. Heute zur Abwechslung gab es Currywurst aus Dosen. Nicht so toll aber satt waren wir trotzdem.

Abends gingen Sigi und ich noch angeln. Er endeckte eine Landzunge, bis wir die Spitze erreichten, haute es jeden von uns beim übersteigen der Felsbrocken aufs Fressbrett. Aber wir gaben nicht auf. Sigi breitete die Angeln aus und beim zweiten Wurf war ein Dorsch mit 60 cm und 1,5 kilo dran. Vor Ort geschlachtet und ausgenommen brachten wir unsere Trophäe sicher nach Hause zum Parkplatz. Sicher filetierte Sigi den schönen Fisch. Natürlich begossen wir den Fang ausgiebig. Bravo Sigi weiter so !

 

21.06. Parkplatz Bakta-Hjelset-Kristansund-Flakk (12km westlich von Trondheim) 298km

Gottt sei Dank schien heute die Sonne. Für Kristiansund ließen wir uns deshalb fast 2 h Zeit. Es ist eine tolle Hafenstadt die in drei Inseln aufgeteilt ist. Helga und Sigi wanderten leider vergeblich zum geschlossenen Aussichtsturm. Rosi und ich gingen im Hafen bummeln. Preise haben die Norweger. Mein Stromaggregat kaufte ich für 500 E in Deutschland. Hier kostete es 1500 E !

Tolles Wetter, toller Hafen, tolle Stadt !

Mit ein paar Pausen spulten wir die km locker herunter. Im Campingplatz Flakk gab es den gestern gefangengen Dorsch in Alufolie mit Gemüse und Salat. Nach dem Abwasch beschlossen wir wieder im Hafen zu Angeln. Leider nichts diesmal. Auch ich versuchte mein Glück, aber „beginners luck“ hat eben nicht jeder.

Unterwegs lernten wir einen netten jungen Schweizer kennen der über Schweden, Finnland mit einer 125er Honda bis ans Nordkap will. Mit Zelt und Kocher ! Zurück über Frankreich, nach England, Irland wieder zurück in die Schweiz.

Seine HP ist „www.europeantravel.com“. Was es nicht alles gibt.

 

Wir werden abweichend von unserem Plan morgen den Besuch von Trondheim auslassen und ca. 290 km fahren.

 

22.06. Flakk-Campingplatz Vennesund 290 km

Wieder Sonne den ganzen Tag, wir können es kaum fassen. Mit mehreren Pausen schafften wir das geplante Pensum.

Es war eine herrliche Fahrt. In der kleinen Ortschaft Malm trafen wir im Supermarkt eine junge Deutsche die bereits seit sechs Jahren hier wohnt. Nach kurzem smal talk erzählte sie uns einiges über Norwegen.

 

Hier in Stichworten zusammengefasst:

- Familie Ausgewandert mit einem Deutschen, eine Tochter mit zwei Jahren
- Löhne Etwa das Dreifache als in Deutschland
- Haus Tolles Haus etwa 80 TE, mit 3800 qm Grund und Nebengebäuden
- Winter Für ca 2 Wochen wird es nicht hell, Ostern noch 1 m Schnee. Im Winter nur Schnee kein Regen.
- Der Nachbar macht Räumdienst mit dem Traktor
- Unterhaltskosten Wesentlich niedriger als bei uns, Strom sehr billig
- Banken Großzügig, Zinsen mom ca 3 %
- Kindergarten Das gleiche Schema wie in der früheren DDR. Alles wird gemeinsam gemacht. Wenig Selbständigkeit. Der netten jungen Frau hat es sichtlich Spaß gemacht mit uns wieder deutsch zu quatschen, uns aber auch !

 

Das kleine Dörfchen mit dem Supermarkt gefiel uns sehr. Direkt am Ufer eines schönen Fjordes, liebliche Wiesen, Kuhweiden und sehr ruhig.

Wir erreichten noch die Fähre nach Vennesund und konnten in aller Ruhe das Spiel Deutschland Griechenland anschauen. Es gab zur Abwechslung mal Linsen und Kartoffel, den guten Lachs werden wir morgen verspeisen.

Es ist 23:21 und noch taghell. Sigi ist mit Helga noch angeln. Ich werde jetzt mit Rosi ins Bettchen klettern es wird doch langsam zu kühl um draußen zu sitzen.

 

23.06. Vennesund-Bratfeld 230 km

Samstag, immer noch auf der Touri Strasse 17 Richtung Bodo. Sicherlich ist diese Straße eine der schönsten Küstenstraßen auf dem Globus aber auch die Teuerste, Dank der vielen Fähren. Heute alleine hatten wir drei Fähren die uns sehr viel Zeit kosteten, aber die haben wir ja letztendlich auch.

Die Wartezeiten vertrieb sich Sigi immer mit Angeln. Der Fang war heute nicht überragend. Eine Makrele und ein kleiner niedlicher Dorsch im Hafenbecken. Dem Dorsch gaben wir wieder die Freiheit, was wir mit der Makrele machen wissen wir noch nicht.

Ein norwegischer Fahrradfahrer erzählte uns, dass ein Bauer das letzte Jahr einen 150 Pfünder Dorsch mit den „Traktor“ gefangen hat. Durch seine Wiese ging ein Bach und der Dorsch hatte sich darin im Schilf verheddert. Er hatte keine Chance und musste ihn mit dem Traktor herausziehen. Der Landwirt war dann der Hit in den Tageszeitungen.

Ankunft Campingplatz Bratfeld 18:45. Sigi und Helga luden uns zum Essen ein. Sie hatten heute den 45 jährigen Hochzeitstag. Congratulation !!!!!! sind ja auch ein tolles Paar die Beiden. Übrigens es gab Schweinebraten auf Norwegisch.

Der sehr geschmackvoll zubereitet war und der auch so schmeckte. Weißkraut und Kartoffel als Beilage mit Johannisbeer Marmelade. Nach den Linsen gestern jedenfalls eine willkommene Abwechslung.

Zum Ausklang des Abends spielten wir noch zweimal „Tredom“, muß wohl nicht erwähnen das ich heute 2x gewonnen habe.

Wir haben beschlossen am Mittwoch nach den Lofoten überzusetzen. Es sind immerhin noch ca 240 km.

 

24.06 Bratland-Saltsraumen 192 km ,Sonntag

Heute war wahrscheinlich ein Glückstag. Gleich nach 10 km überquerte eine Rentierherde die Straße. Sigi musste das wohl gebucht haben so pünktlich waren die. Außerdem fing Sigi einen Dorsch und einen undefinierbaren aber eßbarenFisch, vermutlich ein Shell. Die drei Fähren hielten uns ziemlich lange auf. Aber wir schafften es bis Saltsraumen. Unterwegs wieder ein herrlicher Gletscher wunderschöne Fjorde, Berge und Täler. Am mächtigsten Gezeitenstrom der Welt probierten wir abends unser Anglerglück, diesmal ging aber garnichts, wohl wegen der jetzt einsetzenden Strömung. Wir brachen das Angeln um 22:45 ab und gingen ins Bett.

Morgen fahren wir noch nach Bodo wollen uns den Dom anschauen und evt. das Fliegermuseum. Außerdem wollen wir vor Ort die Fähre nach Moskenes/Lofoten buchen.

               

25.06. Bodo-Fähre Moskeness-Campingplatz 30 km

Wir verabschiedeten uns kurz vor Bodo von unserer geliebten Straße 17. Das ist meine Empfehlung für Norwegen Besucher.

Um 15:00 Uhr wollen wir die Fähre nehmen und übersetzen. Noch kurz in Bodo den Dom und die Innenstadt besichtigen und ein bisschen Bummeln. Rosi bekam endlich die Geschenke für alle Kinder, Norweger-Mützen für die Kinder und T-Shirts für die kleinen Enkel. Vor der Fähre einen Hamburger verdrückt, dann kam sie schon. Die vierstündige Überfahrt konnte beginnen.

Der beste Spruch kam heute von meiner Rosi :“Mist unsere 25 Ltr. Wein sind schon alle !“ ......na sowas aber auch.

Immer wieder liest man was Hitler alles im Krieg verbrochen hat. Den Dom hier hat er vollends zerbombt, unterwegs Namsos eine Kleinstadt ebenfalls, schrecklich.

Um 15:00 die Fähre als letztes Auto erwischt, Glück gehabt !

Ankunft 18:45 tolle Überfahrt (leider nicht für Sigi, 3 Reisekaugummis mussten her), schöne Dünung und saukalt 10 Grad. Puhh, der Wind bläst wie verrückt sind noch 20 km gefahren und haben die Insel überquert. Schnell Nudeln mit Soße warm gemacht und bei Helga bequem im Warmen MO gegessen. Helga und Sigi sind noch tapfer zum Strand gelaufen. Danach machen wir noch ein bisschen auf Zocken und werden dann Schlafen gehen. (Jetzt 6 Grad und das ohne Skiunterwäsche)

 

26.06. Campingplatz Fredfang

Bis jetzt sind wir 3837 km getourt. Heute reicht es wir bleiben 2 Tage hier. Wir haben bis 9 Uhr geschlafen ! Schön gefrühstückt, dann mit unserem Peugot die Gegend erkundet. Der Nusfjord war unser Ziel um dort das historische Fischerdorf zu besichtigen. Sowas von malerisch gibt es selten. Im kleinen Hafen trafen wir einen Segler der mit einer ca 14 m Yacht in 6 Wochen von Berlin bis hier gesegelt ist. Auch seine Frau fühlte sich sichtlich wohl. Tolle Leistung.

Danach besichtigten wir die Kirche in Flakk, dessen Altar ein Nürnberger Maler gemalt haben soll.

Dann endlich Angeln unter der Brücke von Sund. Sigi gab Alles ! Fünfmal hatte er einen Biss. 2 Kleine die wieder die Freiheit erlangten und 1 Makrele und 2 Schellfische. Ich hatte auch meinen Sport, kletterte 3 x die felsige Böschung hoch um Equipment zu holen.

So jetzt sitzen wir wieder beim Grillen und geniesen das verdiente Weizen und den Schnaps den wir von einem Steirer geschenkt bekommen haben.

Ach ja und der grantige Noweger, von Rosi „Lätschen Peppi“ genannt, der uns von Bodo bis hierher begleitete ist Gott sei Dank abgereist. Der muss wohl ein Überbleibsel von schlechteren Zeiten gewesen sein.

Ein Tipp für Camper: füttert nie Möwen mit Fischköpfen, die Viecher sitzen jetzt bei uns auf dem Dach und verkacken uns die Hütte.

27.07 Fredfang-Gullford Camping 252 km

So heute gehts wieder weiter um 9:30 Aufbruch von dem schönen Platz vor den Dünen. Richtung Leknes dort lag in der Bucht ein Kreuzfahrtschiff. Wir konnten tatsächlich eine feine Dame mit Stöckelschuhen beobachten die über die Dünen laufen wollte. Was man nicht alles vom Kreuzfahrtschiff aus unternehmen kann unglaublich.

Ballstadt das Fischerdorf war schon sehenswert. Die Abstecher von der E10 lohnen sich wirklich. In Borge schauten sich Sigi und Rosi das Wikingermuseum an. Lange suchten wir nach Bostad bis wir endlich die Käserei fanden.

Dort klärte uns ein netter junger Mann über die verschiedenen Sorten seiner Ziegenkäsproduktion auf. Auch die köstliche Ziegenwurst kauften wir. Bis nach Deutschland wird die Wurst leider nicht mehr reichen.

Weiter auf der 815 nach Henningsfaer. Helga meinte hier schaut es aus wie in Venedig aber noch wesentlich mehr Wind. Weiterfahrt nach Solvaer zur Hauptstadt der Lofoten. Es ist ziemlich viel neu aufgebaut die Stad schaut jedenfalls sehr modern aus. Vom Hafen kann man für sündhaft teures Geld Ausflüge in die Nachbarfjorde unternehmen. Übrigens billiger wird hier überhaupt nichts. Für 2 Kaffee und 2 Stückchen Kuchen waren wir fast 20E los.

Auf den Norweger Pulli verzichteten wir gerne. Weiter auf der E10 Richtung Fiskebol und dann zum Campingplatz.

Wir kamen um 21:00 noch auf den Gedanken noch mit dem Ruderboot auf den Fjord hinauszufahren.

Treffer ! Endlich fing ich den ersten großen Fisch. So Feierabend für heute Rosi liegt schon in der Kiste und ich auch gleich. Es ist 23:26 und immer noch hell und die Sonne scheint.

 

28.06 Fredfang-Svolvaer-Harstadt 90 km

Die E10 weiter nach Svolvaer zur Hauptstadt der Lofoten.. Hier ist nach dem Krieg auch alles neu aufgebaut worden. Im Hafen liegen auch Kreuzfahrtschiffe der Hurtigruten an. Also schön ist es hier nicht besonders. Im Hafen war Markt und eine Musikgruppe spielte auf dem Hafenplatz für die Touristen Norwegische Lieder.

So jetzt waren wir auf der Suche nach einem Campingplatz mit Satelliten Empfang. Gleich nach Harstad links am Fjord wollten wir es auf dem ersten Platz versuchen. Sigi mit gutem Zureden zur automatischen Suchanlage hatte letztendlich Erfolg. Es konnte Fußball geschaut werden.

Helga bekam den Auftrag nach einem Motorboot zu fragen. Spontan kam sie mit 2 Paddel, dem Tank und 2 Schwimmwesten zurück. Jetzt mussten wir Farbe bekennen. Ich machte auf Kapitän und Sigi folgte spontan meinen Kommandos beim Ablegen. Wohlgemerkt als Angler macht er eine bessere Figur aber es war nicht schlecht für den Anfang.

In einer Stunde fingen wir 1 schönen Dorsch, nicht schlecht ! Wie üblich fand er sein Ende auf dem Grill.

Wir freuten uns auf das Spiel gegen Italien. Bis zum 0:2 ! Wir wollen auch nicht mehr darüber reden so schlecht waren die Deutschen.

Aber wir lassen uns die gute Laune nicht verderben und beschlossen morgen auch noch zu bleiben. Es sollte ja noch die Sonne scheinen.

 

29.06. Harstad Camping

Schön lange geschlafen, das Frühstück mit Sonnenschein genossen, brachen wir um 10:30 zu unserer nächsten Bootstour auf. Diesmal trauten wir uns schon mehr zu und ließen unseren 5 PS Honda zur Mitte des Fjords tuckern. Wir lagen gar nicht so schlecht. Der Fang war auch grandios ! In 1,5 h sechs große Fische. 2 Dorsche und 4 Lump. Ein netter Holländer zeigte uns wie man die Dinger richtig zerlegt und filetiert. Das war echt nett! Wir waren wegen dem Fang schon sehr stolz auf uns. Beim Abschneiden des Kopfes vom größten Dorsch wollten wir das Gerät fotografieren. Dabei, ich schwöre es ist wahr, biss der abgeschnittene „Kopf“ Sigi in den Finger, aua ! Die Zuschauer bekamen fast einen Lachkrampf.

Auch der Preis für das Motorboot konnte sich sehen lassen, 200 € nach ein bisschen Flirten mit der Phillipinin und damit war es getan.

Das Herrichten der Fische kostete schon viel Zeit. Das Weizen Bier zur Belohnung durfte natürlich nicht fehlen. Um 13:30 waren wir endlich damit fertig. Es hat sich gelohnt. Wir könnten uns jedenfalls selber versorgen.

Noch ein Bierchen und dann einen verdienten Mittagsschlaf rundeten den schönen Vormittag ab. Nach dem Kaffe machten Helga und Sigi einen Spaziergang. Der Spruch des Tages war: “ Eine vollautomatische Satellitenanlage auf dem Dach, aber keinen Schuhlöffel im Wohnmobil“. Julia denk mal dran, das deine Eltern nicht mehr so jung sind.

 

Also dieser Campingplatz ist schon toll, umgeben von schneebedeckten Bergen hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Fjord. Dazu noch die Möglichkeiten zum Angeln und Saubermachen der Fische gleich neben der Anlegestelle, also ein richtiger Geheimtipp für Angler. Aber es hilft nichts, morgen geht es wieder weiter, vom nördlichsten Punkt der Lofoten, Richtung Narvik.

Position heute: 68.46,295; 16.34.701, 11m Höhe

 

30.06 Harstad Camping-Narvik-Fauske 360 km

Heute war wieder Touri Tag. Wir sollten wieder mal einige km machen, denn bis Trelleborg sind es noch ca 2000 km. Also Aufbruch um 9:30. Die Fischfilets schnell noch aus der Gefriertruhe der Reception geholt. Irgendwas haben wir heute vergessen Helga, Sigi hat immer noch ein schlechtes Gewissen glaub ich.

Narvik beeindruckte uns nicht besonders. Die Geschichte im Krieg, als das schwedische Erz mit der Eisenbahn zur Verladung in Schiffen nach Emden gebracht wurde um so mehr. Wir sahen die Verlade Gebäude noch am Hafen recht gut. In Narvik müssen auch heftige Kämpfe um die Stadt stattgefunden haben. Ich werde mir auf jeden Fall ein Buch darüber besorgen. Narvik war ein strategischer Stützpunkt schon alleine wegen dem eisfreien Hafen.

Problemlos brachten wir die letzte Etappe in Fauske hinter uns. Die übliche Prozedur, die Wohnmobile geparkt, Tische und Stühle ausgepackt, zwei Weizen eingeschenkt und den Grill auf unserem kleinen Beitisch aufgebaut. Die Tücke lag heute im Detail. Eine Windbö schmiss Sigis schönen Grill um und die Lachsfilet landeten im Gras. Na das Essen hat uns trotzdem geschmeckt.

Wir staunten nicht schlecht, als ein rollendes Hotel mit ca. 50 Leuten auf dem Campingplatz einfuhr. In den Kabinen zu Schlafen ist schon gewöhnungsbedürftig. Mein Fall von Urlaub wäre das nicht. Aber immerhin was sich die in 25 Tagen alles anschauen ist enorm. Über Stockholm nach Finnland und dann zum Nordkap. Heute kamen sie von den Lofoten. Im Schnelldurchgang halt. Kosten pro Person ca 2300E.

 

01.07. Fauske-Saltdal Nationalpark-Addas Pass-Polarkreis-Moi Rana-Mosjelen Stellplatz 17 vor Majavatn 341 km

Weiter auf der E6 der sehr gut ausgebauten Schnellstraße entlang. Sie führt uns durch landschaftlich reizvolle Gebiete. Berge von bis 1200m umgeben uns. Ab 300m beginnen hier schon die Schneefelder.

Im Schaltdal-Nationalpark machten wir im Museums-Center die erste Station. Hier schauten wir einen Film an, der die Geschichte der Besiedelung um 1835 zeigte. Die Ausstellung über die Tiere, Pflanzen und der Lebensweise zu dieser Zeit beeindruckte uns.

Weiter über den Addas-Pass zur schönen Hochebene (680m) des Polarkreises . Hier ließen wir uns natürlich vor der Weltkugel fotografieren. Auch meine Zwillinge Sylvia und Sabine rief ich von hier aus an, das soll angeblich Glück bringen.

Über die Kargen Pass-Straße ging es weiter nach Mo i Rana.

Unterwegs zeigte uns ein sehr netter Norweger, wie das Fliegenfischen richtig geht. Sigi bekam ganz große Augen. Aber gefangen hat der Quatscher auch nichts. Die Technik beherrscht Sigi aber jetzt.

Wir fanden dann einen schönen Stellplatz 17 km vor Majavath schön am Svenningsvatnet See gelegen. Zum Grillen regnete es heute zu viel. Wir bauten ein heimisches L mit unseren WM und fühlten uns trotz Regen wieder wohl.

Zur Abwechslung gab es heute mal Maultaschen.

Ob wir morgen im 12 Grad warmen See baden müssen wir erst abwarten und darüber schlafen.

 

02.07. Majavatn-Steinkjer-Trondheim-Ludamo Kjelstad Camping 366 km

Duschen fiel aus und Baden auch. Bei Rosi war Kratzen angesagt. Sie hats leider arg erwischt, besonders im Gesicht.

Die Mücken wissen halt auch was schön ist.

Start 08:45 und weg waren wir. Wieder die E6 Richtung Trondheim. Unterwegs schauten wir uns ein Lachsmuseum an, mit einem riesigen Wasserfall in dem seit 1945 Strom erzeugt wird. Auch die Lachstreppen waren gut anzuschauen. Tatsächlich hatte sich doch ein Lachs darin verfangen.

Auf den Naturparkzoo verzichteten wir. 30 E pro Person hätte der Eintritt gekostet, das war eindeutig zu viel.

Also zwischendurch schnell Brotzeit gemacht und 300 Gramm geräucherten Lachs verdrückt. Dann auf nach Trondheim. Hier fand Sigi den tollen Stellplatz nahe der Innenstadt. Wir konnten endlich unsere lahmen Knochen bewegen.

Nach zehn Min. Fußweg waren wir am Dom. Sehr interessant und zu empfehlen. Sogar eine Andacht hätten wir mitmachen können aber wir verzichteten darauf. Rosi zündete wie immer 2 Kerzen an. Eine für meine Eltern und eine für ihren Vater und Bruder.

Einen Kaffee in der Innenstadt haben wir uns auch gegönnt. Das „Wine-Monopopol“ zum Nachbunkern der Weinvorräte fanden wir zwar, aber wir waren leider zu spät.

Kjelstad-Camping, Lachs mit Nudeln und Soße verspeist, dann mit Kartenspielen ließen wir den Abend ausklingen.

Julia wir haben schon wieder eine Beanstandung, dein Vater findet die Zahnstocher nicht und der Fernseher geht auch nicht auf diesem Platz. Übrigens der Platz ist recht schön, aber die Toiletten- und Waschanlagen erinnern doch stark an die DDR Zeit. Urteil: nicht empfehlenswert.

 

 

 

03.07. Ludamo-Oppdal-Dombas-Otta-Kvam Brendelokken Camping 235 km

Wir sind eigentlich nur gefahren. Höhepunkt war das Skizentrum in Oppdal und die landschaftlich sehr schöne Fahrt. Obwohl wir getrödelt haben sind wir einmal geblitzt worden. In Deutschland werden wir schon erfahren warum.

Im riesigen Einkaufszentrum von Dombas veweilten wir zum Nachbunkern von Wein und Lebensmittel. Hurra, die Welt ist wieder in Ordnung. Ich versuchte mich bei einem Kaffee mit einer Norwegischen Zeitung und las zu meinem Erschrecken, dass am Montag früh um 5 Uhr ein Moschus Ochse auf der E3 spazieren ging. Na Bravo, den Treffer haben wir uns jedenfalls erspart. Die Tiere leben hier frei in den Hochebenen und kommen auch manchmal weiter runter.

Sigi und Helga hatten ja gestern einen Elch am Straßenrand gesehen, der über die Leitplanken hüpfen wollte. Zum Glück hat er es sich anders überlegt und hat die andere Richtung eingeschlagen.

 

Wir sitzen hier es ist 19 Uhr und warten auf den Fang vom Sigi, wenn er wieder erfolglos ist essen wir eben den gekauften Steinbutt.

 

04.07. Kvam-Lillehammer-Oslo-Sjoyst Bobil Parkering 320 km

Den schönen und ruhigen Campingplatz verließen wir um 09:30 Richtung Lillehammer. Unterwegs besichtigten wir die alte Stabskirche in Ringebu. Wir hätten die Abbiegung am Ortsausgang nach links bald verpasst. Sie ist eine sehr alte und für mich die schönste Stabskirche und eine historische Stätte. Der Altar stammt von 1668. Die Kirche wurde 1220 das erste mal erwähnt. Unter dem Kirchenboden wurden sehr alte Münzen aus England gefunden. Auch der Friedhof ist sehr geschmackvoll angelegt. Alle Friedhöfe haben kleine Grabsteine und einfache Blumenbeete, sehr leicht zum Pflegen.

In Lillehammer besichtigten wir die Olympiaschanzen von 1994. Rosi und ich fuhren mit dem Lift rauf und konnten Sportler beim Trainingsspringen beobachten. Schon sehr beeindruckend. Natürlich muss man den Markus Wasmeier erwähnen, der hier 2 Goldmedaillen geholt hat. Die Leute schütteln jetzt noch ungläubig den Kopf. Er war damals völliger Außenseiter und hatte noch nie was Großes gewonnen.

Den Miosa See entlang, der größte in Norwegen der 100 km lang ist.

Noch 170 km bis Oslo. Gerade zur Hauptverkehrszeit kamen wir hier an. Rosi und Sigi fuhren die beiden Fahrzeuge sicher durch den Berufsverkehr. So geschafft und die Ankuft mit Bier und Wein begossen. Es war leider mein letztes Weizen.

Der Stellplatz liegt direkt am Hafen, dessen Kapazität 100 Wohnmobile umfasst.

So Sigi und Helga kommen grad vom Abendspaziergang zurück, dann werden wir wieder Kartenspielen.

 

05.07. Oslo-Sjoyst Bobil Parkering 30 km

Heute also Oslo ! Vom Stellplatz bis zum Bus Linie 31E, 10 min. laufen. 1 Station schwarz gefahren dann waren wir schon nach kurzen Spaziergang vor dem Rathaus. Mit „Hop On-Hop Off“ die Stadtrundfahrt für 220 Kronen gebucht. Nach 10 min kam der Doppeldecker auch schon. Alles proppenvoll aber nach 2 Stationen stiegen am Wikingermuseum doch Einige aus. So waren wir wieder oben im Bus ohne Verdeck vereint. Der Rathaussaal ist auch sehr imposant und sehr geschmackvoll gestaltet. Das sollte man sich nicht entgehen lassen.

Mir hat es nicht gefallen ! Der Bus lief viele Museen an und das gleich 2 x. Für meine Begriffe zu wenig Hintergundinformationen über die Geschichte Oslos.

Nach 1,5 h war das Ganze vorbei. Sehenswert wäre sicherlich das Wikingermuseum wo einige alte Schiffe ausgestellt werden. Das älteste aus dem Jahr 835, unglaublich.

Wir beschlossen am Nationalteather die U-Bahn Linie 1 zu nehmen und zum Holmenkollen zu fahren. Wir entwickelten jetzt doch langsam kriminelle Energie. Wir gaben uns für Senioren über 66 aus und das junge Mädchen glaubte es uns. Derweil sehen wir doch gar nicht so alt aus !

Der Holmenkollen ist wirklich sehenswert. Eine der modernsten Schanzen, mit toller Architektur geplant. Sigi und ich fuhren mit dem Aufzug im Anlauf Turm zum höchsten Punkt. Der tolle Ausblick über Oslo und über die Biathlon Anlagen lohnte sich. Es war schon ein tolles Gefühl hier zu stehen.

Mit der U-Bahn wieder zurück in die Innenstadt und weiter mit dem Bus zu den WM. Unterwegs bunkerten unsere Damen natürlich noch ein bischen Wein.

Nach 60 km auf der E6 Richtung Süden erreichten NAF nes Camping in Moss am schönen Oslo Fjord. Heute gabs zur Abwechslung Grillfleisch. Ich musste wohl ein Stück von einem alten Ochsen erwischt haben. Aber einer muss halt immer dran glauben.

Sigi drängt schon wieder zum Angeln obwohl er tagelang schon nichts mehr gefangen hat.

 

06.07 . Oslo-Varberg Schweden Getteröns Camping 330 km

Noch bei schönen Wetter gefrühstückt und um 10 Uhr losgefahren. Die 330 km vergingen im Flug, es war von starkem

Regen um Göteborg bis Sonnenschein alles dabei.

Getteröns Camping liegt in der Nähe vom Strand, ist aber bedingt durch Dauercamper ziemlich voll. Wir glauben dass die Schweden auch Urlaub haben weil so viele Kinder hier sind. Kosten 330 Kronen, das sind etwa 33 E. Campen ist bestimmt nicht billig. Heute grillten wir unseren letzten gekauften Fisch und spielten nochmals ausgiebig Karten. Morgen werden wir das letzte Stück von 240 km bis zur Fähre noch hinter uns bringen und noch schön zum Abschluss Essen gehen. Ich werde mich von Deutschland wieder melden sofern die Fähre nicht untergegangen ist.

 

07.07. Varberg-Trelleborger Fähre 240 km

Es ist 08:53 und ich schreibe wohl zum letzten Mal an diesem Tagebuch aus Schweden.

Heute haben wir lange gefrühstückt und unsere Gedanken ein bisschen hängen lassen. Was wohl wieder daheim alles passieren wird ? Der Rückblick zu den zurückliegenden Wochen machte eine tolle Stimmung beim Frühstück.

 

Sigi und Helga fahren zum nächsten Rastplatz um zu frühstücken, Sigi plagen sehr starke Zahnschmerzen, nach einer Ruhepause nach Einnahme von Schmerztabletten  fährt er aber doch weiter (gottseidank muss Helga nicht fahren)

 

Höhepunkte der Reise:

- Die Fahrt um den Geiranger Fjord

- B258 (Gletschergebiet)

- Die Straße 17 !, sehr teuer da sehr viele Fähren. Eines der schönsten Küstenstraßen überhaupt

- Die ewig langen Fjorde

- Für mich die Stadt Kristiansund

- Stadtrundfahrt in Bergen und der Fischmarkt

- Das Fischen mit dem Motorboot auf den Lofoten

- Der südliche Teil der Lofoten, besonders die kleinen Häfen

- Olympia Schanze in Lillehammer (Fahrt mit dem Sessel-Lift)

- Holmenkollen (Fahrt mit dem Lift auf den Absprungturm)

- Spaß gemacht hat das abendliche SkipBo spielen mit Helga und Sigi Rauch.

 

Sicherlich kann man auf Oslo ein zweites Mal verzichten. Außer man möchte die Museen anschauen. Ich würde hier das Wikinger Museum, das Rathaus und den Holmenkollen besichtigen.

 

Wir sind in 27 Tagen ca 7 200 km mit dem Wohnmobil gefahren.

Es ist ratsam ausreichend Getränke mitzunehmen, besonders Alkoholische Getränke sind wahnsinnig teuer. Man darf sich halt nicht vom Zoll erwischen lassen. Die Strafen sind empfindlich. Auf Mitnahme von Wasser kann man verzichten wenn man Campingplätze anläuft, hier gibt es immer Trinkwasser kostenlos aus der Leitung.

Wir hatten ausreichend Lebensmittel dabei und gingen nur 2 x zum Essen.

Unsere Fahrgemeinschaft Siggi, Rosi, Sigi, Helga war vorbildlich, wir hatten nie ein Problem, waren uns fast immer einig und werden hoffentlich noch weitere Touren gemeinsam unternehmen.

 

Insgesamt war es eine sehr schöne Reise. Die vielen km nervten ein bisschen besonders auf der E6, die einer besseren Landstraße gleichkommt. Aber es ist halt der schnellste Landweg in Norwegen Richtung Heimat.

Die WM machten auch zuverlässig ihren Dienst. Wobei man mit einem großen WM schon sehr aufmerksam fahren muss.

 

Fazit:

Wir sind froh uns endlich diesen Traum erfüllt zu haben. Die Landschaft entschädigte uns für alle Anstrengungen dieser Reise.


Anm. der Redaktion:
Danke Siggi für diesen tollen Reisebericht. Wir freuen uns
schon heute auf eure nächsten Touren und wünschen euch
viel Freude, Spass und Gesundheit
beim Erkunden fremder Länder.

Mit dem Wohnmobil durch Norwegen
Norwegen-Landkarten






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