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die Ukraine mit der Hauptstadt Kiev bereisen

Kosaken, Klöster –
und ein Hauch Postkommunismus

Ein Reisebericht von B. B.

Ukraine – der größte rein europäische Flächenstaat, eine Brücke zwischen dem Westen, Russland und Zentralasien. Ein Land, in dem die Sommer noch richtige Sommer sind und die Winter noch richtige Winter. So wie das Klima ist auch das Land von Kontrasten und Gegensätzen geprägt. Kirchtürme aus Gold, trostlose einstige Sowjet-Gebäude, viele Menschen, die wenig besitzen und wenige, die sich sehr vieles leisten können.

religiöse Vielfalt in der Ukraine

Das Besondere an der Ukraine ist ihre religiöse Vielfalt; gerade dieser Umstand macht das Land historisch und kulturell sehr interessant. So konnten nach dem Zusammenbruch des Kommunismus zahlreiche „im Geheimen bestehende“ Kirchen wiederbelebt werden. Zu Stalins Zeiten wurden allein in Kiev an die 100 Kirchen gesprengt. Dennoch hat man unter großem Aufwand, um dem Land seine Identität wiederzugeben, viele Kirchen und Klöster wiedererbaut und renoviert. Das berühmte im Zentrum der Stadt und unter UNESCO Schutz stehende Höhlenklostergelände ist wohl das beeindruckendste christliche Weltmonument. Das schon 1051 erwähnte Höhlengelände, in dem Mönche unter spartanischen Bedingungen allem entsagen mussten, wurde im Laufe der Jahrhunderte von Klöstern und prächtigen Kirchen überbaut. Von hier aus hat man auch einen recht guten Ausblick auf den Fluss Dnjepr, der hier sage und schreibe zehnmal breiter als die Donau ist!

Sehenswürdigkeiten in Kiev - Ukraine

Nicht weit davon entfernt befindet sich eine gigantische Statue mit erhobenem Schwert: „Rodina Mat“ („Mutter Heimat“). Sie soll an den Vaterländischen Krieg 1941-45 erinnern. Eigenartig bloß, dass die 102 m große Mutter nicht Richtung Westen, sondern schnurstracks Richtung Moskau – von dort kam die andere Gefahr nach dem Krieg – weist. Hatten die Künstler gar eine düstere Vorahnung…?

Chrescatyk-Boulevard

Wenn Sie ein paar Hrivnas ausgeben möchten, dann sollten Sie sich die Einkaufsstraße zum Chrescatyk-Boulevard nicht entgehen lassen. Dort finden Sie neben trendigen Shops in wieder aufgebauten Bürgerhäusern altehrwürdige Kiever Cafés und Restaurants.

Vorwärts kommen in Kiev

Die Kiever Metro ist relativ gut ausgebaut und im Zentrum, teilweise mit Marmor, prachtvoll gestaltet. Aber Vorsicht: es besteht dort strengstes Fotografierverbot! Auf öffentlichen Plätzen herrscht viel Polizeipräsenz, was die Kriminalitätsrate zu einem gewissen Grad eindämmt.

mit dem Taxi oder per Anhalter reisen

Die Taxis sind sehr billig – vorausgesetzt man verhandelt hart. Die Kiever haben aber ein „etwas anderes Transportsystem“, das auch in anderen kommunistischen Ländern in Zeiten des Umbruchs gute Dienste geleistet hat. Man hält einfach Autos bei Haltestellen an – sofern die Autolenker nicht selbst anhalten und die Fahrtrichtung schreiend von sich geben – und verhandelt über Fahrtrichtung und Preis. (Allerdings ist dieses Procedere in der Anwesenheit von Polizei nicht anzuraten!) Was man vielleicht nicht ganz verstehen kann („nje ponjeamaju“): Die Preise verhalten sich oft umgekehrt proportional zu den Sprachkenntnissen…

eine interessante Destination für Reisende

Die Ukraine ist bestimmt kein Reiseziel für ängstliche Menschen oder Pauschaltouristen. Sie ist aber unbestritten ein kulturell hochinteressantes Land mit sehr netten, hilfsbereiten und aufgeschlossenen Menschen welches man unbedingt einmal bereisen sollte. Die beste Reiszeit nach Kiev bzw Ukraine ist der Sommer oder die orthodoxe Osternzeit, in der man an sehr interessanten Traditionen teilnehmen kann.



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